Lärm

Ich bin lärmempfindlich. Lärm schmerzt in meinen Ohren, in meinem Kopf. Wenn immer möglich trete ich dann die Flucht an. Ich muss den lärmigen Ort verlassen. Lärm macht mich fast wahnsinnig. Ich kann nicht mehr klar denken. Wenn immer möglich gehe ich Lärm bewusst aus dem Weg.

Ich schütze mich oftmals mit Kopfhörern. Ich sperre die lärmige Welt aus und konzentriere mich auf meine Musik. Musik die ich kenne und die mir die notwendige Ruhe gibt.

Ich mag die Nacht

Spazieren gehe ich am liebsten in der Nacht, wenn wenig Motorfahrzeuge unterwegs sind. Der Lärm von Motorfahrzeugen belastet mich sehr stark. Auch Fluglärm ist sehr belastend. Gut haben wir ein Nachtflugverbot zwischen 23 Uhr und 6 Uhr. Von mir aus könnte man das noch ausdehnen. Leider boomt das Fliegen enorm, trotz Klimawandel. Ich sage ja immer – viele Menschen sind einfach nur dumm. Der Flughafen möchte die Nachtruhe sogar noch aufweichen. Ich hoffe es kommt nicht soweit. Die Politik darf auch endlich einmal auf der Seite der Lärmgeplagten stehen. Denn Lärm macht krank.

Ich habe in gewissen Bereichen meiner Wohnung Schallschutzfenster einbauen lassen. So ist es einigermassen erträglich. Ich verstehe nicht, warum man Fahrzeuge (Autos und Motorräder) zulässt, welche enorm laut sind. Warum werden Klappenauspuffe und Autotuning zugelassen? Idiotische Welt.

Nachbarn

Ich wohne in einem älteren Haus. Marke Billigbau. Die Wände sind dünn. Ich höre sogar das Niessen des Nachbarn. Bei mir Zuhause nervt das Zuschlagen der Türen darum enorm. Ich habe die Nachbarn gebeten, die Türe anständig zu schliessen, sie ins Schloss zu ziehen. Anfangs hat es auch recht gut funktioniert. Doch die Leute vergessen schnell. Vor allem die jungen Leute im Haus sind extrem rücksichtslos. Die Türfalle scheint bei denen keine Funktion zu haben.

Eine Nachbarin hat sich einen Parkettboden einbauen lassen. Der Schallschutz ging beim Einbau wohl vergessen. Die ganze Nacht hämmert es durch das Haus. Allerdings bin ich der Einzige, den es stört. Andere sagen, sie hören kaum etwas. Ich bin wohl zu überempfindlich.

Immer wenn die Nachbarn in die Ferien gehen, juble ich innerlich. Dann habe ich eine Woche oder sogar zwei Wochen Ruhe.

 

 

 

 

 

Grossveranstaltungen

Grossveranstaltungen besuche ich nicht. Musikkonzerte besuche ich auch nicht. Kinofilme schaue ich mir nur in einem einzigen Kino an. Dieses Kino ist klein, übersichtlich und es hat selten viel Leute. Zudem sind die Boxen nicht all zu laut eingestellt.

Zugfahren

Beim Zugfahren setze ich mich in das Ruheabteil (sofern vorhanden). Wenn es keines hat, fahre ich 1. Klasse, auch wenn ich mir das eigentlich nicht leisten kann. Doch in der 1. Klasse ist es immer viel ruhiger. Der Pöbel in der 2. Klasse macht zu viel Lärm. Es stimmt halt schon. Je gebildeter, je kultivierter.

Büro

Beruflich habe ich gerne die Bürotür geschlossen. Denn bei uns im Bürotrakt ist es oft sehr laut. Wenn es zu laut ist, setze ich meine Kopfhörer mit Noice Cancelling auf. Dann kann ich etwas konzentrierter Arbeiten. Ich werde aber sehr oft abgelenkt, da zu viele Leute durch den Bürotrakt laufen oder sogar im Trakt längere Diskussionen führen. Die würden gescheiter in ein Sitzungszimmer verschwinden, wenn sie diskutieren müssen. Doch auch hier denken die Kollegen einfach nicht daran. Ich mache ihnen keine Vorwürfe, wünschte mir aber trotzdem etwas mehr Rücksichtnahme.

«Eines Tages wird der Mensch den Lärm ebenso bekämpfen müssen, wie die Cholera und die Pest.»

Als der Nobelpreisträger und Tuberkulose-Entdecker Robert Koch diesen Satz sagt, ist die Welt noch eine andere. Wir schreiben das Jahr 1910. Verbrennungsmotoren und Dampfmaschinen gibt es bereits, aber vom Menschen verursachte, störende Geräusche spielen noch nicht die gleiche Rolle wie heute.

Licht

Ich bin auch etwas Licht- denn lärmempfindlich. Ich geniesse es, im Büro oder Zuhause die Beleuchtung nicht oder nur minimal einzuschalten. Ich werde desegen von Kollegen immer mal wieder «Kellerkind» genannt. Mir doch egal.

 

Kunstlicht ist eigentlich unnötig

Ich gehe Zuhause oft im Dunkeln durch meine Wohnung oder dimme das Licht stark ab. An mir haben die Energieproduzenten sicher keine Freude. Leider werden bei uns nachts die Strassenlaternen nicht ausgeschaltet. Das ist sehr bedauerlich. Die Nachbargemeinde tut es zwischen 1 Uhr und 5 Uhr. Darum mache ich meine Spaziergänge immer gerne bei denen drüben. Da ich genau an der Gemeindegrenze lebe, passt das sehr gut. Aus meiner Sicht könnten die aber noch etwas früher ausschalten. Ab 22 Uhr fände ich es besser. Dann müsste ich nicht immer so spät rausgehen.

Herbst und Winter mag ich sehr. Dann ist es draussen oft trübe. Diesbezüglich wohne ich am richtigen Ort. Wir haben sehr oft Hochnebel. Das passt mir sehr gut. Im Sommer habe ich draussen meistens eine Sonnenbrille und oft auch eine Cap auf. Ich mag die sommerliche Wärme sehr, wenn nur nicht immer die Sonne scheinen würde. Darum geniesse ich auch im Sommer oft Nachtspaziergänge. Es ist dunkel und dennoch warm.

Geruch

Gerüche empfinde ich auch eher verstärkt. Ich rieche Dinge die Neurotypische nicht riechen oder die ihnen einfach nicht auffallen, weil sie es rausfiltern können. Die angenehmen Gerüche allerdings empfinde ich als sehr schön und überhaupt nicht störend. Der Geruch einer Fleischsauce oder eines frisch gebackenen Brotes ist herrlich. Auch der Duft der Natur (Blumen, Wald, Felder) ist sehr angenehm. Sogar der Schnee hat einen wunderbaren Geruch. Oder der Regen, wenn er den Staub des Bodens aufwirbelt.

 

Stinkige Raucher und stinkige Damen

Wenn ich neben einem Raucher sitzen muss, kriege ich jedoch das Kotzen. Der Gestank von Zigaretten ist extrem übel. Die Raucher sollten den Gestank ihrer Kleidung, der Haare und der Haut selber mal so richtig riechen können. Ich vermute dass Raucher aber überhaupt nicht mehr gut riechen können, wenn sie ständig von diesem Gestank umgeben sind.

Vor kurzem sass ich an einem Tisch, draussen in einem Garten, auf dem ein Aschenbecher mit einigen Zigarettenkippen stand. Der Gestank war extrem. Als ich das gesagt habe, haben mit alle entgeistert angeschaut. „Das riechst Du“?

Wenn meine Nachbarin das Haus verlässt habe ich jeweils den Eindruck, dass ihr das Parfüm-Fläschchen über die Bluse gekippt ist. Keine Ahnung warum die sich mit solchem Zeugs vollspritzen. Weniger wäre mehr.

Abgase

Unangenehm sind auch die Abgase der Motorfahrzeuge. Auch wenn in den letzten Jahren vieles besser geworden ist – Autos stinken immer noch enorm. Vorbildlicher ist hier die LKW-Branche. Deren Fahrzeuge stinken kaum noch, weil sie Grenzwerte erfüllen – oder sonst hohe Steuern bezahlen müssen. Bei PKW gilt das leider nicht. Hier dürfen immer noch uralte Rostlauben herumkurven, als Oldtimer getarnt. Wann gibt es endlich eine CO-Steuer auch für Fahrzeuge?

Jene Leute welche Zuhause einen Kamin haben und diesen einfeuern, sollte man mit hohen Bussen belegen. Das stinkt enorm und belastet die Umwelt erst noch mit sehr viel Feinstaub. Ich kenne Leute die sogar ihren Abfall auf diese Weise entsorgen. Wann werden solche Kamine endlich verboten?

Das Düngen von Feldern mit Jauche ist ebenfalls äusserst unangenehm. Zudem wird auch noch das Grundwasser mit Nitrat verseucht. Dennoch ist es weiterhin erlaubt. Auch hier versagt die Politik auf peinlichste Art und Weise.

Berührungen

Ich mag keine Berührungen. Nur ganz wenige Menschen dürfen mich ungefragt berühren. Werde ich sonst ungefragt berührt, zucke ich zusammen und drehe mich weg. Übelst ist die Küsserei, welche sich zur gegenseitigen Begrüssung landauf- landab verbreitet hat. Küsschen links-rechts-links. Was für eine Unsitte. Hier halte ich mich immer vornehm zurück und bewahre genügend Abstand. Ich gebe dann einfach nur die Hand. Das ist eigentlich schon zu viel. Aber irgendwie muss man sich ja auch etwas anpassen. Weil ich diese Küsserei verweigere denken viele Frauen von mir wohl, ich sei Schwul oder sowas. Doch das ist mir egal. Die sollen denken was sie wollen. Hauptsache keine Küsse.

Ich habe an meinen Kleidern die Etiketten raus geschnitten. Die Reibung dieser Etiketten direkt auf der Haut ist sehr unangenehm. Ich trage zudem nur luftige Kleidung. Lieber eine Nummer zu gross. Schuhe und auch Socken mag ich nicht. Ich bin so oft es geht ohne Schuhe unterwegs. Wenn ich Schuhe trage, dann immer ohne Socken.

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