Die Wirkung von Mondphasen

Unabhängig davon, ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht, scheinen Menschen im Autismus-Spektrum vom Mondphasenzyklus betroffen zu sein. Es gibt sowohl tatsächliche Effekte als auch Placebo-Effekte. Ein Placebo-Effekt kann aber ebenso real sein, da dieser eine physiologische Wirkung hat.

Placebo-Effekte

Placebo-Effekte können signifikant sein. Ungeachtet dessen, ob diese auf biologische Ursachen oder Überzeugungen zurückzuführen sind, wirkt der Placebo-Effekt echt. Dadurch sind Menschen mit ASS welche glauben, dass sie vom Mond betroffen sind, tatsächlich auch betroffen.

Zum Beispiel kann der Glaube, dass der Mond uns beeinflusst, für einige – unabhängig von messbaren physischen Auswirkungen – eine Quelle der Angst sein, welche Schlafprobleme verursachen kann .

Echte Effekte

Es gibt Auswirkungen durch den Mond, welche nicht auf begründeten oder unbegründeten Überzeugungen-, sondern auf physischen Auswirkungen beruhen.

Der Mondzyklus moduliert den menschlichen Schlaf und den Melatonin-Rhythmus . Das folgende Diagramm zeigt, dass die Zeit bis zum Einschlafen (sogenannte Latenz) bei Vollmond länger ist.

Zeit zum Einschlafen und zur Mondphase: Farbcodierte Symbole zeigen die verschiedenen Geschlechts- und Altersgruppen: Dunkelblau für junge Männer, Rosa für junge Frauen, Hellblau für ältere Männer und Weiss für ältere Frauen. (Christian Cajochen et al. – neu gestaltet von Embrace ASD)

Untersuchungen an Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung zeigen, dass die Mehrheit Schlafprobleme hat, wobei die Schlaflatenz (die Zeit bis zum Einschlafen) am häufigsten genannt wurden.

Untersuchungen zeigen auch, dass sich die Symptome von Menschen mit ASS mit einem generellen Schlafmangel verschlechtern. Daher kann man festlegen, dass Menschen mit Autismus aufgrund von Schlafmangel sich auch autistischer verhalten.

Melatonin

Die Freisetzung von Neurohormonen können durch die elektromagnetische Strahlung und / oder die Anziehungskraft des Mondes verstärkt werden. Der Melatoninspiegel wird durch das Umgebungslicht bis hin zum Mondlicht beeinflusst . Melatonin ist ein Hormon, welches den Schlaf und das Wachsein regelt.

Studien zeigen, dass Menschen mit ASS im Vergleich zu Neurotypen in der Nacht niedrigere Melatonin- oder Melatonin-Metaboliten-Konzentrationen aufweisen. Bei einigen Personen mit Autismus wurden eine geringere Aktivität des ASMT-Gens-, sowie einige Spleissmutationen im ASMT-Gen gefunden, welches ebenfalls zu niedrigeren Konzentrationen des Melatoninspiegels führten.

In der folgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht dazu:

Tabellenzuordnung: Daniel A. Rossignol & Richard E. Frye

Darüber hinaus wird die Melatoninproduktion durch Mondlicht unterdrückt und ist zum Zeitpunkt des Vollmonds am tiefsten. Diese tieferen Melatoninspiegel verstärken autistische Symptome.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass tatsächlich eine Korrelation zwischen den Mondphasen und der Schwere autistischer Symptome besteht, sodass die Mondphasen tatsächlich einen signifikanten Einfluss auf Menschen im Autismus-Spektrum haben können. Man könnte sogar sagen, dass Autisten bei Vollmond eher noch etwas stärker autistisch sind.