Ursachen

Autismus & Schlafstörungen: Ursachen

Dies ist Teil 2 einer 4-teiligen Serie über Schlafprobleme und Autismus

Schlafstörungen & Autismus – Prävalenz
Schlafstörungen & Autismus – Verursacht
Schlafstörungen und Autismus – Auswirkungen
Schlafstörungen & Autismus – Lösungen

Ursachen von Schlafstörungen

Eine Studie aus dem Jahr 2017, welche sich mit Schlafproblemen bei autistischen Kindern und Kindern mit ADHS befasste, ergab, dass die Ursachen bei Schlafprobleme für jede Gruppe unterschiedlich sind:

  • Autismus – Schlafprobleme hängen mit unzureichender Schlafhygiene zusammen , was bedeutet, dass autistische Menschen Folgendes machen oder dazu neigen:
    • sie gingen jeden Tag zu unterschiedlichen Zeiten ins Bett
    • sind waren vor dem Schlafengehen körperlich aktiv
    • sie zeigten inkonsistente Schlafmuster
    • die Betroffenen waren vor dem Schlafengehen geistig sehr aktiv
    • sie gingen mit Stress oder starken Emotionen zu Bett
  • ADHS – Schlafprobleme hingen mit dem Chronotyp zusammen. Das bedeutet , dass Menschen mit ADHS eher am späteren Abend anstelle des Morgens aktiv waren (was die Wahrnehmung / Leistung beeinträchtigen kann).
  • Neurotypisch – Schlafprobleme hingen mit beiden Faktoren (Autismus und ADHS) zusammen.

Schlafstörungen

Eine Studie aus dem Jahr 2015 ergab, dass  59% der autistischen Menschen dahingehend Symptome hatten, welche auf mindestens eine Schlafstörung hinweisen, wobei die Schlaf-Atemstörung am häufigsten genannt wurde (38%).

Melatonin

Ein weiteres Problem sind ein niedriger Melatoninspiegel . Melatonin ist ein Hormon, welches den Schlaf und das Wachsein reguliert.

Studien zeigen, dass autistische Menschen im Vergleich zu neurotypischen Menschen in der Nacht niedrigere Melatonin- oder Melatonin-Metaboliten-Konzentrationen aufweisen.

In der folgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht über Melatoninprobleme bei Autismus. Tabelle: Daniel A. Rossignol & Richard E. Frye

Melatonin-Effekte

In den folgenden Grafiken kann man, die bei autistischen Menschen unterschiedliche Wirkung, von Melatonin auf die Schlafdauer, Schlaflatenz und das nächtliches Erwachen vergleichen. Als Vergleichswert dienen neurotypische Menschen und der Placebo-Effekt.

Schlafdauer

Melatonin zeigt einen signifikanten Effekt auf die Schlafdauer im Vergleich zum Standardwert und Placebo, unter Verwendung beider Effektgrössenberechnungen. (Grafik: Rossignol & Frye)

Latenz beim Einschlafen

Melatonin zeigt einen signifikanten Effekt auf die Latenz des Schlafbeginns im Vergleich zum Standardwert und Placebo, wenn beide Effektgrössenberechnungen verwendet werden. (Grafik: Rossignol & Frye)

Nächtliches Aufwachen

Melatonin zeigt im Vergleich zum Standardwert und dem Placebo unter Verwendung beider Effektgrössenberechnungen keinen signifikanten Effekt auf das nächtliche Aufwachen. (Grafik: Rossignol & Frye)

Wie man sieht, hat Melatonin bei autistischen Menschen einen signifikanten Einfluss auf die Schlafdauer und die Latenz beim Einsetzen des Schlafes. Auf das nächtliche Aufwachen hat es aber keinen Einfluss.