Über mich

Grüezi!

Mein Name ist Markus und ich bin Autist im Autismus-Spektrum (Asperger-Syndrom). Ich habe vor einem Jahr durch den Kantonalen psychiatrischen Dienst das Asperger-Syndrom diagnostiziert bekommen. Grund genug, mich an diesen Blog heranzuwagen.

Wie ich zu einem Autisten wurde…

Dass ich irgendwie anders bin und nicht so recht in die Gesellschaft reinpasse, war mir schon lange klar. Ich habe das schon als Kind festgestellt. Am liebsten war ich alleine für mich. Oder dann genoss ich die Gesellschaft von Erwachsenen. Die Erwachsenen waren aus meiner Sicht klüger, haben sich nicht über mich lustig gemacht, mich ausgelacht, mich gemobbt, verprügelt oder sonst als Aussetzigen behandelt.

Auch als ich bereits erwachsen war, sass ich lieber mit älteren Leuten zusammen. Sie erzählten oftmals Geschichten aus früherer Zeit, welche ich jeweils wie ein trockener Schwamm aufgesogen habe. Und mit den ganz klugen Menschen konnte ich sogar wissenschaftliche und philosophische Themen besprechen. Mit älteren Erwachsenen ging es einfach besser. Ich habe festgestellt, dass Erwachsene sehr gerne über vergangene Zeiten reden. Je älter sie sind, desto mehr erfährt man. Vielleicht ist das eine Art von Bestätigung für diese Menschen. Vielleicht war es auch Wertschätzung mir gegenüber, dass sie mir teils auch sehr private Dinge anvertraut haben. Aber auch ich selber mochte die Geschichten und Erfahrungen dieser Menschen. Vielleicht auch, weil ich dem, was ich selber nicht war, immer etwas näher sein konnte.

Mit der Zeit habe ich mir keine Gedanken mehr zu meiner etwas spezielleren Lebensweise und meiner auch etwas spezielleren Art gemacht. Es ist (für mich) normal geworden. Auch meine Bemühungen mich anzupassen und in die Gesellschaft reinzupassen, wurde zur Normalität. Auch wenn es immer anstrengend und nicht immer einfach war. Das gelang manchmal besser, manchmal aber auch nur leidlich. Auf alle Fälle klappte es so gut, dass ich wenigstens ein paar Kontakte hatte. Vielleicht waren es nicht gerade Freunde, aber doch wenigstens Kontakte.

Irgendwann vor 50 bekam ich dann aber eine Krise. Ich sah links und rechts von mir Verheiratete. Familien. Kinder. Hochzeiten. Familienfeste. Geburten. Und mir wurde wieder bewusst, dass ich weit weg solcher Szenarien lebe und es wohl auch nie erleben würde. Und so sass ich, wie meistens am Abend, Zuhause vor meinem Computer und arbeitete irgend etwas. Ja, ich arbeite ständig. Auch privat. Meine Spezialinteressen müssen gepflegt werden. Ohne Arbeit kann ich kaum leben. Ich muss einfach immer etwas tun. Zum Beispiel an einem Blog wie diesem hier arbeiten. Doch an jenem Abend begann ich bewusst zu googeln. Ich gab einige Begriffe ein, an welche ich mich nicht mehr genau erinnern kann. Doch an die Ergebnisse erinnere ich mich. Irgendwo an 5. oder 6. Position stand: Asperger-Syndrom.

Das Asperger-Syndrom war ein Begriff, welcher mir nichts sagte. Autismus, ok… das hatte ich schon gehört. Aber ganz viel wusste ich auch davon nicht. Das Asperger-Syndrom, dieser mir unbekannte Begriff, begann mich dann aber zu fesseln. Und ich las Dinge, die mir so etwas von bekannt vorkamen. Ich dachte, ich lese meine eigene Geschichte. Mir fielen Schuppen von den Augen. Und ich sagte wohl ziemlich laut… wow, gibt es doch nicht!

Fast 50 Lebensjahre hat es gedauert, bis mir jemand gesagt hat, wer ich wirklich bin. Das Internet! Kaum zu glauben. Aber war. Und dann war es nur noch Formsache. Besuch beim Hausarzt. Überweisung an die Fachstelle (psychiatrischer Dienst). Abklärung. BUMM. Herr Krebs, anhand der Auswertung kann ich ihnen mitteilen, dass Sie das Asperger-Syndrom haben. Und das war noch nicht einmal alles – es wurde auch noch eine leichte Ausprägung von ADHS diagnostiziert.

So unspektakulär meine Geschichte eigentlich ist – seit ich mir nun bewusst bin, dass ich Autist bin, geht es mir deutlich besser. Ich fühle mich freier. Und ich erlaube mir immer öfters, meine echtes Ich zu leben und nehme vor allem auch mir selber Freiheiten heraus, welche ich bisher immer zu überspielen versuchte. Klar, das kommt nicht immer gut an. Aber ganz ehrlich – mir ist das so etwas von egal geworden. Entweder man nimmt mich wie ich wirklich bin, oder man lässt es bleiben.

Ich denke, es ist wichtig, dass Ausprägungen wie Autismus, Asperger-Syndrom oder neuerdings auch Autismus-Spektrum-Störung genannt, in unserer Welt mehr Achtung und Platz findet. Deswegen schreibe ich in diesem Blog über diese Themen und auch über mich.

Ach ja… falls Dir mein Blog gefällt und Du durch mich ein paar Anregungen gefunden hast oder Du Dich gestärkt fühlst, auch herauszufinden, wer DU eigentlich bist, dann freue ich mich, wenn Du mir eine kleine Spende machst, damit noch viel mehr Menschen von meinem Blog profitieren können. Denn wir Autisten haben es verdient, wahrgenommen zu werden!

Ich grüsse herzlichst

Markus Krebs

 

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Am Meer fühle ich mich immer sehr wohl. Mir gefällt die Beständigkeit der Wellen, welche in regelmässigen Abständen an den Strand rollen. Auch der frische Salzgeschmack in der Luft ist sehr angenehm. Leider ist das Meer sehr weit weg und die Zugfahrt dauert lange, so dass ich noch nicht so oft dort sein konnte. Zum Glück bin ich aber auch ein Freund der Berge. In den Bergen liebe ich die Einsamkeit, die Ruhe und die Natur. Ich gehe oft wandern und habe meistens meinen kleinen Fotoapparat mit dabei. Es gibt immer so viel zu sehen. Leuchtende Blumen, schöne Bäume und herrlich geformte Berge.