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ZDF: Volle Kanne – Leben mit Asperger Syndrom

  • 14. Januar 2020

Das Asperger-Syndrom gilt als abgeschwächte Form des Autismus. Autismus ist eine komplexe und vielgestaltige neurologische Entwicklungsstörung. Circa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung, so schätzen Experten, sind davon betroffen.

Häufig bezeichnet man Autismus beziehungsweise Autismus-Spektrum-Störungen auch als Störungen der Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung, die sich auf die Entwicklung der sozialen Interaktion, der Kommunikation und des Verhaltensrepertoires auswirken. Auf den ersten Blick sind Asperger-Autisten nicht erkennbar. Betroffene sehen normal aus, zeigen jedoch „sonderbare“ Verhaltensweisen. Typisch sind Beeinträchtigungen des Interaktionsverhaltens, mangelndes Einfühlungsvermögen, starres Festhalten an Gewohnheiten, motorische Auffälligkeiten sowie ausgeprägte Spezialinteressen. Aufgrund ihrer Verhaltensauffälligkeiten stoßen betroffene Kinder auf Schwierigkeiten im Umgang mit Gleichaltrigen und Erwachsenen, auch den eigenen Eltern.

Asperger in der Kindheit

Im Vorschulalter beschäftigen sich Kinder mit Asperger-Syndrom am liebsten alleine. Rollenspiele mit anderen Kindern finden nicht statt. Sie bekommen leicht Wutanfälle, wenn von alltäglichen Routinen abgewichen wird. Sie wirken auffallend ungeschickt. Mitunter ist ihre Sprache geprägt von umständlichen Formulierungen. In der Schule fällt es Kindern mit dem Asperger-Syndrom schwer, sich an Regeln zu halten. Sie sind oft auch distanzlos. In Teilbereichen wie der Mathematik beeindrucken sie mit Detailwissen; in anderen Bereichen fehlen ihnen die Grundlagen. Ihre Ungeschicklichkeit führt im Sportunterricht zu Schwierigkeiten. Sie haben wenige oder keine Kontakte zu Gleichaltrigen. Freundschaften entstehen meist nicht, weil das Kind sehr ich-bezogen handelt und seiner Umgebung mit seinem Spezialinteresse (meistens in technischen Bereichen) und ständigen Wiederholungen auf die Nerven gehen kann.

Mimiken und Gestiken können sie nicht deuten, auch Sprachfloskeln wie „Dann hauen wir uns mal eine Runde aufs Ohr“ verstehen sie nicht und nehmen sie stattdessen wortwörtlich. Das mangelnde Verständnis für die Gefühle und Bedürfnisse anderer Menschen und die kommunikativen Defizite führen zu Schwierigkeiten im sozialen Bereich.