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Positive Rückmeldung von der Mirgos

  • 5. Dezember 2019

Ihr erinnert Euch. Vor einigen Wochen habe ich bei der Migros eine Anfrage gemacht, ob man Autisten ein besseres «Einkaufserlebnis» anbieten könnte (weniger Lärm, abgeschwächtes Licht).

Heute habe ich einen telefonischen Rückruf des Migros-Gebietsleiters der Genossenschaft Aare erhalten. Dass sich gleich jemand persönlich bei mir meldet, hat mich schon etwas überrascht, aber auch sehr gefreut. Meine Vorschläge betreffend der Reduzierung von Lärm und Licht während eines kurzen Zeitraums (eine Stunde pro Woche) wurden in der Migros beratschlagt. Man möchte auf meine Anfrage eingehen und hat mir einen Testzeitraum über zwei Monate angeboten. Wow! Obschon der von mir vorgeschlagene Freitagabend eher ungeeignet sei (zweitstärkster Umsatzzeitpunkt), ist die Migros gewillt das Risiko zu tragen und in der Filiale in Wettingen am Freitagabend zwischen 19 Uhr und 20 Uhr testweise für 2 Monate auf Musik und Werbe-Durchsagen (exl. Sicherheitsmeldungen) zu verzichten.



Ob man die Lichtverhältnisse verringern kann, muss allerdings noch geprüft werden. Es gibt für die Filiale aktuell drei Lichtszenen:

1. Normaler Verkaufstag (grelles/helles Licht)
2. Nur Mitarbeiter sind im Laden (gedämpftes Licht)
3. Niemand ist im Laden (vermutlich Notbeleuchtung – so genau weiss ich das nicht)

Die Migros bringt nun das Argument, dass mit schwächerem Licht die Frische der Produkte nicht mehr genügend erkennbar wäre. Mitarbeiter, welche in der «gedämpften Licht-Szene» bei den Frischprodukte arbeiten und dort Produkte nachfüllen und Kontrollen machen, hätten dies bemängelt. Das ist für mich irgendwie einleuchtend. Dennoch würde man den Laden, falls es die Technik zulässt, im Testzeitraum versuchsweise 10% dunkler machen. Ich denke selber, dass man auch mit 20-30% weniger Licht die Frische genügend erkennen könnte. Es geht ja nur um eine Stunde pro Woche (0,6% der wöchentlichen Öffnungszeiten). Dennoch bin ich froh, dass man auch das Thema Licht in meiner Anfrage zu berücksichtigen versucht. Wenn es anfangs auch nur 10% sind – das ist immer noch besser als die extrem grelle Beleuchtung.

In nächster Zeit müsste sich die Filialleiterin für ein weiterführendes Gespräch bei mir melden. Dann könnte man die Aktion noch etwas genauer besprechen und planen. Ich habe natürlich persönliche Gesprächsbereitschaft direkt vor Ort signalisiert. Dann wäre es mir möglich, auch noch etwas genauer über Bedürfnisse und Probleme von Autisten einzugehen.

Ich freue mich sehr, dass die Migros meine Anfrage nicht als Quatsch angeschaut hat, sondern Verständnis für die Bedürfnisse von Autisten zeigt. Ob es bereits ähnliche Anfragen gab, konnte mir der Gebietsleiter aber nicht sagen. Ich persönlich erachte es als Chance für die Migros, wenn sie autismus-freundliche Einkaufsmöglichkeiten anbieten könnten. Das würde ihnen viele Sympathien einbringen. Und uns Autisten wäre damit natürlich auch gedient.

Nun hoffe ich also auf den Rückruf der Filialleiterin. Sobald es Neuigkeiten gibt, werde ich mich auf diesem Kanal wieder melden.