Die Suche nach Status

Vielen Menschen ist der Status und die gesellschaftliche Stellung wichtig. Die Reichen versuchen es mit Protzen. Grosse Häuser, teure Autos und Ferien an exklusiven Orten. Und sie umgeben sich wenn immer möglich mit ihresgleichen. Und die weniger Reichen versuchen es mit teuren Autos, welche vorzugsweise geleast werden, während sie in einer billigen 3-Zimmer-Wohnung hausen.

 

3000 Freunde

Ich kenne jemanden, der hat auf Facebook dreitausend «Freunde». Seine Freunde sind bekannte Politiker, Sportler und Künstler. Er selber ist nichts von all dem. Ich kenne mich mit Facebook nicht aus. Aber es war wohl sehr aufwändig dreitausend Freunde zu finden. Ich selber schaffe ja nicht mal einen. Er hat sich natürlich ein Scheinbild aufgebaut. Wie viele dieser dreitausend Menschen wirklich echte Freunde sind, kann ich nicht abschätzen. Aber es werden wohl wenige sein.

Leasing

Es gibt viele Menschen, welche sich solche Scheinbilder aufbauen. Viele versuchen das, wie bereits oben angesprochen, mit Autos. In der Zeitung stand kürzlich ein Polizeibericht. Dort wurde geschrieben, dass ein jüngerer Mann anstelle von 50 Stundenkilometern mit 120 Stundenkilometern unterwegs war. Wie sich später herausgestellt hat, war das fast 100’000 Franken teure Auto geleast. Wie meistens in solchen Fällen. Und für dieses Leasing muss der Mann jeden Monat 1200 Franken bezahlen. Sein monatliches Einkommen liegt bei 4500 Franken. Das Auto haben sie ihm weggenommen. Nun bezahlt er für ein Auto, welches er nicht mehr hat. Dieser Mensch gibt fast 1/3 seines Einkommens für ein bescheuertes Auto aus. Und das alles nur, damit er im Auto sitzend und posend durch Städte fahren konnte. In der Hoffnung, dass ihm die Leute nachschauen würden. Die meisten Leute jedoch ärgern sich wegen dem Motorenlärm und der dummen Fahrweise. Doch er merkt es nicht.

Aus viel wird nichts

Ein Bekannter von mir hatte sich einen florierenden Handwerksbetrieb aufgebaut. Er verdiente sehr viel Geld. Es dauerte nicht lange, stand ein teurer Sportwagen vor der Haustür. Und alle meinten: wow, der hat es geschafft. Irgendwo in der Karibik hat er sich danach ein Feriendomizil gekauft. Er angelte sich eine besonders hübsche Frau. Sie war hübsch, aber auch sehr Anspruchsvoll. Sie erkannte, dass sie eine gute Partie gemacht hatte. Dann kam auch noch ein Weingut dazu, welches die Familie am liebsten mit dem neuen Wohnmobil besuchte. Die Familie lebte in Saus und Braus. Insgeheim wurde aber mehr Geld ausgegeben als eingenommen. Der Handwerksbetrieb ging dann mit wehenden Fahnen unter. Aus 20 Mitarbeitern blieb nur noch er. Dann war der Camper weg, der Sportflitzer, das Weingut und die Immobilie in der Karibik. Und die Bank wollte endlich die ausstehenden Hypotheken beglichen haben. Die Ehe mit der verwöhnten Frau wurde zur Hölle. All der Glanz war weg. Immerhin – er konnte sich wieder auffangen und hat verstanden, dass er Fehler gemacht hat.

Schein

Überall begegne ich solchem Schein. So viele Menschen wollen etwas Besseres sein. Ich verstehe das nicht. Es ergibt keinen Sinn. Man macht sich doch nur selber Probleme. Ich könnte nicht damit leben, mir selber etwas vorzuspielen. Ich bin das was ich bin. Und nicht mehr.

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