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Gesichter erkennen

  • 25. Mai 2019

Jeder Mensch ist anders

Kein Mensch gleicht dem anderen – jeder ist ein Unikat. Gerade die Besonderheiten in ihren unterschiedlichen Erscheinungs- und Ausdrucksformen machen das Lesen des Gesichtes zu einem wertvollen Instrument. Für die Menschen ist es von grossem Vorteil, Ihre Mitmenschen innerhalb weniger Sekunden treffsicher einschätzen zu können. Ich habe auch im Artikel der Empathie dazu geschrieben. Das hat viel miteinander zu tun.

Gesichter lesen

Gesichter lesen (Psycho-Physiognomik) ist ein System der praktischen Menschenkunde, dessen geschichtliche Wurzeln weit zurückreichen. Bereits Aristoteles hat sich mit dem Zusammenhang zwischen Körper und Seele und dem Ausdruck der Seele (Empathie) durch den Körper beschäftigt. Bis schliesslich vor rund 100 Jahren Carl Huter (1861–1912) daraus das Lehrmodell der Physiognomik entwickelte. Dieses basiert darauf, dass durch Körper- und Gesichtsformen, Augenausdruck, Mimik, Gestik, Sprache und Ausstrahlung vieles über die Persönlichkeit wahrgenommen werden kann.

Ich habe gelernt

Mit der Zeit lernte ich solche Mimiken zu erkennenn. Mundwinkel nach oben soll Freude oder Zufriedenheit ausdrücken. Ist der Mund verzerrt und fliessen Tränen handelt es sich um Traurigkeit. Es gibt aber immer noch Mimiken, bei denen ich nicht sicher bin, wie ich sie zu deuten haben. Augen sagen mir grundsätzlich nichts. Das liegt wohl daran, dass ich fast immer nur auf den Mund schaue. Ohne den Augenkontakt fehlt damit teilweise ein wichtiger Bestandteil der Kommunikation.

Untenstehende Beispiele sollten typisch wahrnehmende Menschen problemlos deuten können. Ich sehe in den Augen oftmals keine genauen Informationen.

Erkennst Du, welches Wort zu welchem Gesicht passt?

1 scherzend – überzeugend – verlangend – überrascht? Was stimmt?

 

2 verspielt – gelangweilt – tröstend – freundlich? Was stimmt?

 

3 entspannt – besorgt – entschlossen – anklagend? Was stimmt?

Verschwommen

Meine Mühe Mimik lesen zu können, führt im sozialen Miteinander manchmal zu Irritationen und Fehleinschätzungen. Gesichter anderer bleiben mir öfters wie verschwommene Flächen im Kopf in Erinnerung. Dennoch gelang es mir, Gesichtsausdrücke wahrnehmen zu lernen, sie teils zu deuten und darauf zu reagieren. Aber das klappt nur bei wirklich prägnanten Mimiken. Aus dieser Störung leiten Gesprächspartner, welche mich nicht kennen, häufige Fehlannahmen ab, ich sei nicht interessiert, sei gefühlskalt oder arrogant.

Und nun noch zu den Lösungen der drei Augenpaare:

1 = verlangend
2 = verspielt
3 = entschlossen