Ich will es wissen – was ich von der Diagnose halte

Was ich von der Diagnose halte – eine erste, kurze Einschätzung

Nach dem Verlassen des PDAG war ich durcheinander. Meine Vermutung wurde zwar bestätigt. Ich war froh das ich endlich einen (offiziellen) Namen für meine spezielle Art hatte. Die Ungewissheit ob meine Selbstdiagnose korrekt war, lastete schon etwas auf meinen Schultern. Auf der anderen Seite war ich mir unsicher, wie ich  mit der Diagnose nun umgehen soll. Die Spezialistin hat mir nicht wirklich etwas mit auf den Weg gegeben. Erst auf meine Anfrage bezüglich Selbsthilfegruppen hat sie mir die Webseite autismus.ch genannt. Dort wären Adressen zu finden. Natürlich war mir diese Webseite bereits bekannt. Und ich wusste, dass auf genannter Webseite für den Aargau keine Selbsthilfegruppe aufgelistet ist. Generell sind die Angebote im Aargau mehr als überschaubar. Ich bekam vom PDAG leider auch keinerlei Unterlagen oder sonstige, mögliche Unterstützungsmöglichkeiten. Der Aargau hinkt wohl weit hinter anderen Kantonen her.

Hauptproblem ist der Job

Ich würde gerne mit anderen Betroffenen über Möglichkeiten sprechen, wie ich das Leben besser gestalten könnte. Zum Beispiel wie ich Beruf und Alltag besser miteinander vereinen kann. Hier habe ich grosse Defizite. Mir macht es Mühe mit meiner beruflichen Belastung umzugehen. Mir macht es Mühe mit den Arbeitskollegen umzugehen. Wie kann ich meine Situation verbessern, ohne meine Diagnose an die grosse Glocke zu hängen? Würde sich überhaupt etwas ändern, wenn ich meine Diagnose meinen Vorgesetzten mitteile? Oder müsste ich nicht eher mit negativen Auswirkungen rechnen – bis hin zur Kündigung? Mit 50 Jahren ist das keine einfache Sache.

Seit der Diagnose habe ich mehr offene Fragen als Antworten erhalten.

Zuhause wird durch Job beinflusst

Zuhause lebe ich alleine. Dort gibt es nur mich. Alles ist normal. Ich muss mich nicht verstellen. Ich bin produktiv und kann stundenlang an meinen Interessen arbeiten. Allerdings klappt das nur in meinen Ferien und an den Wochenenden. Ausserhalb der Ferien nehme ich die Probleme, Anstrengungen und Müdigkeiten aus dem Büro mit nach Hause. Das beeinflusst leider auch mein Zuhause auf unangenehme Art und Weise. Während der Arbeitstage kann ich am Abend nur selten etwas unternehmen. Es geht einfach nicht. Ich brauche die Abendzeit zum Entspannen und wieder herunterkommen.

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