Autismus & Schlafstörungen: Prävalenz – Teil 1

Autismus & Schlafstörungen: Prävalenz – Teil 1

Dies ist Teil 1 einer 4-teiligen Serie über Schlafprobleme und Autismus

Schlafstörungen & Autismus – Prävalenz
Schlafstörungen & Autismus – Ursachen
Schlafstörungen und Autismus – Auswirkungen
Schlafstörungen & Autismus  – Lösungen

Untersuchungen zeigen generell eine hohe Prävalenz bei Schlafproblemen, doch autistische Menschen sind signifikant stärker davon betroffen.

Forschung von 2005

Eine Studie aus dem Jahr 2005 zeigt die folgenden Prävalenzraten bei Schlafproblemen::

  • Neurotypisch50%
  • Autismus: 73%
  • Autismus-Spektrum (Asperger-Syndrom): 73%

Basierend auf dieser Studie wurde kein Unterschied zwischen den  Autismusgruppen in Bezug auf die Prävalenz festgestellt. Alle Autismusgruppen waren gegenüber den neurotypischen Menschen deutlich stärker von Schlafproblemen betroffen.

Es wurden jedoch bei allen Studienteilnehmern keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich des Schweregrades oder der Art der Schlafprobleme gefunden.

Forschung von 2015

Eine Studie aus dem Jahr 2015 , die den Einfluss von Schlafstörungen auf das Verhalten autistischer Personen untersuchte, ergab die folgenden Prozentsätze der jeweiligen Schlafproblem-Arten:

Prozentsatz der Personen mit Schlafstörungen (Bildzuschreibung: Cintia C. Fadini et al.)

Das Diagramm zeigt die folgenden Unterpunkte von Schlafstörungen:

  • DIMS – Probleme beim Einschlafen
  • SBD – Probleme mit der Atmung
  • DA – Plötzliche Erregungen im Schlaf
  • SWTD – Schlaf-Wach-Übergangsstörungen
  • DOES – Störungen übermässiger Schläfrigkeit
  • SHY – Schlafhyperhydrose

Forschung ab 2017

Eine Studie aus dem Jahr 2017 , welches Schlafprobleme bei autistischen Kindern und Kindern mit ADHS untersuchte, ergab:

  • Neurotypisch: 25,1%
  • Atismus-Spektrum: 64,7%
  • Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung: 63,6%

Hier sehen wir im Durchschnitt eine niedrigere Prävalenzrate, aber auch einen viel signifikanteren Unterschied in der Prävalenz zwischen Autismus und Neurotypen.

Die Forschungsergebnisse zeigten im Vergleich zu neurotypischen Menschen auch kürzere Schlafzeiten bei autistischen Menschen.

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