Hintergrund Autismus

Was ist Autismus?

Autismus ist eine neurologisch-genetisch bedingte Wesensart – keine Krankheit. Das bedeutet, die Gehirne autistischer Menschen unterscheiden sich von denen nicht-autistischer Menschen.

Dadurch haben Autist*innen

  • eine andere Wahrnehmung;
  • andere Denk- und Lernstile;
  • eine andere Art der sozialen Interaktion und Kommunikation;
  • und einige Verhaltensweisen, die nicht-autistischen Menschen nicht unmittelbar verständlich sind;

1-2 Prozent der Menschen sind autistisch – viel mehr, als man früher dachte. Bis vor einigen Jahren wurden unauffällige, weiche Formen von Autismus (wie das Asperger-Syndrom) nicht erkannt.

Autismus ist ein Spektrum. Das bedeutet, dass autistische Menschen sich voneinander unterscheiden. Zum Beispiel sprechen manche Menschen im Autismus-Spektrum nichts, währenddessen andere sehr gute, sprachliche Fähigkeiten haben. Dennoch haben auch Autist*innen mit guten sprachlichen Fähigkeiten Mühe, ein Gespräch zu führen. Oftmals sind soziale Aspekte dafür verantwortlich.

Merkmale des Autismus

Die Autismus-Merkmale sind bei jeder autistischen Person unterschiedlich stark ausgeprägt.

Probleme in der Kommunikation

Manche autistische Menschen sprechen nicht. Sie benutzen alternative Formen der Kommunikation, zum Beispiel Bildkarten oder Gebärdensprache. Es ist aber absolut möglich, dass eine nicht-sprechende Person genau versteht, was andere sagen.

Autist*innen mit einer schwachen Ausprägung (Autismus-Spektrum) haben oftmals gute sprachliche Fähigkeiten, jedoch Probleme mit den sozialen Aspekten der Kommunikation. Es gibt auch Spektrums-Autist*innen die Probleme haben, das Gedachte korrekt wiederzugeben und auch solche die leicht stottern.

Verständnisprobleme

Autist*innen können mit folgenden sprachlichen Eigenheiten Verständnisprobleme bekommen:

  • Ironie, Witze und Sarkasmus;
  • Anspielungen;
  • Redewendungen;
  • Metaphern;

Ältere Autist*innen haben dank ihrer Lebenserfahrung Redewendungen oder Metaphern oftmals auswendig gelernt und können diese dadurch auch genau deuten. Ironie und Sarkasmus, welche oftmals spontan geformt und geäussert werden, können aber zu Verständnisproblemen führen. Autist*innen kennen sich oft auch mit Humor aus. Im Internet findet man viele Sprüche und Witze aus der autistischen Community. Es kann aber auch vorkommen, dass sie Witze nicht- oder nur verspätet verstehen.

Der Grund weshalb autistische Menschen Schwierigkeiten haben, nicht-wörtliche Sprache zu verstehen, liegt darin, dass sie den sozialen Kontext der Äusserung nicht kennen oder bei der Interpretation nicht miteinbeziehen. Alltägliche, unpräzise Aussagen machen Autist*innen durchaus Probleme. Für sie wird es dann schwierig herauszufinden, was gemeint ist.

Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion- und Kommunikation

Die soziale Interaktion und Kommunikation übermittelt mehr Informationen als die verbale Kommunikation. Mimik und Gestik lassen nicht-Autist*innen Situationen wie Zufriedenheit, Ärger oder Angst detailliert erkennen. Nur schon ein Blick in die Augen eines Menschen übermitteln Gefühle und Ausdrücke.

Die meisten Menschen im Autismus-Spektrum erkennen ein Lachen. Viele haben aber Mühe zu bestimmen, ob der Mensch fröhlich, gezwungen oder hämisch lacht. Und Emotionen die nur angedeutet gezeigt werden, sind für die meisten autistischen Menschen sehr schwer zu lesen.

Manche Menschen im Autismus-Spektrum können Mimik und Gestik auf Fotos gut zuordnen. Dazu brauchen sie aber Zeit. Im spontanen Leben hat man diese Zeit zur Analyse aber nicht. Menschen kommunizieren in Sekundenbruchteilen mit den Augen, dem Mund, der Stirn, den Händen und Armen und vielem mehr. Autist*innen haben Probleme, alle Informationen innerhalb kurzer Zeit zu einem korrekten Eindruck zusammenzufügen. Die Autist*innen erhalten zu viele Informationen in zu kurzer Zeit.

Viele Autist*innen schauen ihr Gegenüber eher wenig an. Der Blick in die Augen wird oft gemieden. Andere haben allerdings gelernt Blickkontakt zu halten oder versuchen es immer wieder. Das führt manchmal dazu, dass sie ihr Gegenüber regelrecht anstarren und es unangenehm wirkt.

Kompensation

Autistische Menschen können ihre Probleme im sozialen Verständnis zu einem gewissen Grad durch ihren Verstand kompensieren. Sie lernen durch Beobachten und Nachdenken die Gedanken und Gefühle anderer zu erkennen.

Autistische Menschen welche im Erkennen der sozialen Interaktion- und Kommunikation gut sind, haben dennoch Schwierigkeiten, die Feinheiten von Gruppendynamiken zu bestimmen, wie sie zum Beispiel hinter einer sozialen Hackordnung, Mobbing und Intrigen stecken. Auch deshalb werden Menschen im Autismus-Spektrum oft Opfer von Mobbing und Intrigen.

Das ständige Analysieren ist für Autist*innen ermüdend und fühlt sich ungefähr so an, als müsste man auf einer Party oder einem geschäftlichen Apéro nebenher komplexe Mathematik-Aufgaben lösen. Darum meiden Autist*innen solche Arten von Zusammenkünften, in denen der Hauptbestandteil Smalltalk ist.

Folgende Auflistung zeigt nochmals die Probleme im bereich sozialer Kommunikation auf:

  • oft vermitteln sie durch Körperhaltung, Tonlage oder Ähnliches andere Signale, als sie senden wollen;
  • sie halten vielleicht zu viel oder zu wenig Abstand zum Gegenüber. Sie wirken Abweisend oder Aufdringlich;
  • einige Menschen im Autismus-Spektrum sind distanzlos und berühren andere, ohne zu verstehen, dass es unerwünscht oder sozial unangemessen sein könnte;
  • viele autistische Menschen haben Schwierigkeiten einzuschätzen, welche Kleidung für einen speziellen Anlass angemessen ist;
  • Autist*innen sprechen oft zu laut oder zu leise;
  • manche sprechen sehr monoton oder mit einer auffälligen Prosodie;
  • manche reden sehr wenig, manche sehr viel. Sie sprechen vielleicht in epischer Breite von ihren Interessensgebieten, ohne ihr Gegenüber zu Wort kommen zu lassen oder dessen Signale der Langeweile zu bemerken;
  • manchmal wählen sie unpassende Gesprächsthemen oder unpassende Bemerkungen. Diese können für das Gegenüber verletzend sein („Du bist aber dick!“), sind aber im Allgemeinen nicht verletzend gemeint, sondern lediglich als sachliche Feststellung;
  • sie scheinen oft unsensibel, weil sie nicht erkennen, wie jemand anderes sich fühlt. Und wenn sie es erkennen, wirken zum Beispiel ihre Versuche, jemanden zu trösten, eher ungeschickt;
  • Autist*innen verbringen oft lieber Zeit für sich allein als mit anderen Menschen zusammen;
  • sie scheinen sich oft «seltsam» oder unangemessen zu verhalten, weil es schwierig für sie sein kann, Gefühle oder Bedürfnisse auszudrücken;

Soziales Verständnis

Das soziale Verständnis ermöglicht es den Menschen, das Verhalten anderer zu verstehen und vorherzusagen. Soziale Konzepte werden erkannt und verstanden. Man kann sich soziale Situationen vorstellen, ohne dass man sie im Alltag erlebt.

Schwierigkeiten autistischer Personen beim sozialen Verständnis:

  • Autist*innen haben mühe festzustellen, was andere Menschen denken oder fühlen;
  • sie haben Probleme zu verstehen, warum eine Person in bestimmten Situationen entsprechend reagiert;
  • das Zusammenleben der Menschen funktioniert intuitiv zu einem grossen Teil mit ungeschriebenen Regeln. Autist*innen erkennen solche Regeln teilweise nicht;
  • Autisten haben mühe vorherzusagen, was als nächstes passieren könnte;
  • gewisse Gefahren werden ungenügend erkannt;
  • Rollenspiele liegen ihnen nicht;
  • Autist*innen gehen davon aus, dass die anderen Menschen mindestens das Selbe Wissen haben wie sie selber („Theory of Mind“);
  • sie haben mühe sich auf Veränderungen einzustellen;
  • in neuen und ungewohnten Situationen können sie überfordert werden;

Wichtig zu verstehen ist, dass den autistischen Menschen die Gefühle anderer nicht gleichgültig sind. Sie haben einfach nur Probleme die Gefühle zu erkennen.

Verarbeitung von Wahrnehmungen

Autist*innen filtern und verarbeiten äussere Reize anders. Sie nehmen Geräusche, Berührungen, Geschmack, Gerüche, Licht oder Farben intensiver oder schwächer war.

Einige Beispiele sind:

  • starke Empfindlichkeit gegenüber Licht (wird grell wahrgenommen);
  • Probleme der Wahrnehmung des eigenen Körpergefühls;
  • leise Geräusche werden als laute Geräusche wahrgenommen. Lautes kann auch leise sein;
  • Synästhesie;

Meistens sind es die sensorischen Empfindlichkeiten, die den Autist*innen Probleme machen. An einer stark befahrenen Strasse ein Gespräch zu führen oder durch ein Einkaufscenter zu gehen, in welchem viele Lichtreklamen flimmern kann bereits zu einer Reizüberflutung kommen. Die Reizüberflutung verursacht bei den betroffenen Autist*innen Erschöpfung, Frustration oder Angst. Es kann bis zu körperlichen Schmerzen führen.

Es gibt auch Autist*innen die eine Unterempfindlichkeit gegenüber Reizen haben. Sie nehmen zum Beispiel Kälte oder Schmerzen weniger stark wahr. Um sich vor Reizüberflutung oder unangenehmen Reizen zu schützen, beginnen manche Autist*innen zu schaukeln, sich zu drehen, in die Hände zu klatschen, zu summen oder zu pfeifen. Sie versuchen auf diese Weise Stress abzubauen.

Manche Menschen im Autismus-Spektrum haben Schwierigkeiten, auditive Reize zu verarbeiten. Sie hören was gesagt wird, können die Informationen aber nicht erkennen oder verarbeiten.

Für Autist*innen mit einer reduzierten Körperwahrnehmung kann es schwierig sein, durch einen Raum zu gehen, ohne irgendwo anzustossen, eine angemessene Distanz zu anderen Menschen zu wahren oder motorische Fertigkeiten wie das Binden von Schuhbändeln oder eine schöne Handschrift zu erlernen.

Ungewöhnliche Lösungsfindung

Autist*innen lösen Probleme teilweise auf eine andere Art als nicht-Autisten. Sie haben eine andere Herangehensweise. Das kann oftmals etwas kompliziert wirken. Bei Kindern wirkt sich das zum Beispiel bei Prüfungen aus, bei denen nicht nur das Ergebnis, sondern auch der Lösungsweg bewertet wird. Das kann zu schlechteren Ergebnissen führen, obschon das Endergebnis richtig ist.

Die teils spezielle Herangehensweise kann bei nicht-Autisten für Verwirrung sorgen.

Spezialinteressen

Viele Menschen im Autismus-Spektrum haben ein intensives, leidenschaftliches Interesse an bestimmten Themen, oft von sehr jungem Alter an. Bei der Beschäftigung mit ihrem Interessengebiet zeigen sie ein höchst fokussiertes Denken. Sie sind Spezialisten in diesem Bereich.

Die Interessen können sich im Laufe des Lebens verändern oder immer gleich bleiben. Sie können sich auf jegliches Thema beziehen, von Mathematik bis Ballett, von Kunst bis Eisenbahnen, von Türknäufen bis Schneeeulen oder von Politik bis zu Waschmaschinen. Manche Autist*innen arbeiten später in ihrem jeweiligen Interessenbereich, für andere bleibt es ein Hobby.

Motorische Auffälligkeiten

Autist*innen haben manchmal Probleme mit der Motorik. Manche Autisten haben einen eher speziellen Gang. Andere wirken motorisch unbeholfen und ungeschickt.

Beständigkeit ist wichtig

Für Menschen mit Autismus kann die Welt oft ein unvorhersehbares Chaos bedeuten. Sie mögen unvorhergesehenes nicht und versuchen ihre Tagesabläufe immer genau gleich zu gestalten. Abweichungen bringen Unsicherheit. Alltagsroutinen können zum Beispiel bedeuten, dass sie jeden Tag exakt zur selben Zeit die selbe Strecke nehmen, immer das gleiche Morgenessen zu sich nehmen oder die Haushaltsarbeiten immer in identischer Reihenfolge durchführen.

Auch gelernte Regeln sind für viele Menschen mit Autismus eine wichtige Hilfe. Viele Dinge müssen sie lernen, weil sie es nicht intuitiv können. Ändert eine Regel plötzlich, so dass eine andere Herangehensweise notwendig ist, werden Autist*innen verunsichert. Manche autistischen Menschen bevorzugen eine ganz bestimmte Ordnung in ihrem Wohnbereich. Sie opfern sehr viel Zeit, damit die Ordnung aufrechterhalten werden kann.

Autist*innen hilft es sehr, wenn man sie auf Veränderungen vorbereitet. 

Der Forschungsweg zum Autismus

Theodor Heller

Der Begriff «Autismus» (von griechisch autos = selbst) hat im Verlauf der Geschichte eine vielfältige Entwicklung erlebt. Im Jahre 1908 beschrieb Theodor Heller, Pädagoge und Leiter einer Erziehungsanstalt in Wien, Kinder, die in den ersten drei bis vier Lebensjahren nach unauffälliger Entwicklung einen Verlust insbesondere der Sprache, aber auch anderer bereits erworbener Fertigkeiten erlitten. Die Störung, auch «dementia infantilis» oder «Heller’sche Demenz» genannt, ist den Beschreibungen des Autismus sehr ähnlich.

Eugen Bleuler – Schizophrenie

Der Schweizer Psychiater Eugen Bleuler führte 1911 den Begriff «Autismus» als ein Grundsymptom der Schizophrenie ein. Er beschrieb damit den deutlichen Kommunikationsverlust von schizophren erkrankten Menschen und den damit einhergehenden Rückzug in eine eigene Gedankenwelt.

Schizophrenie und Autismus galten bis in die 70er Jahre als Störungsbilder mit gleicher Nosologie und Ätiologie. Autismus galt hierbei als eine frühe Form der Schizophrenie. Insbesondere epidemiologische Studien sind massgeblich dafür verantwortlich, dass die beiden Störungsbilder heute als voneinander getrennt verstanden werden.

Sigmund Freund – Narzissmus

Der Psychoanalytiker Sigmund Freud setzte im historischen Verlauf die Begriffe «Autismus» und «autistisch» den Begriffen «Narzissmus» und «narzisstisch» gleich und verwendete diese als Gegenbegriffe zu «sozial». Die heutige inhaltliche Fassung der Erkrankung «Autismus» und «Autismus-Spektrum-Störung» unterscheidet sich jedoch wesentlich von den Vorstellungen Bleulers oder Freuds. Beide Thesen gelten als historisch und werden nicht mehr verwendet.

Was ist Autismus – drei Spezialisten erklären

Leo Kanner – frühkindlicher Autismus

Der aus Österreich stammende Kinderpsychiater Leo Kanner wendete im Jahre 1943 erstmals den Begriff «Autismus» für Kinder an, die sich nicht aktiv in ihre Fantasiewelt zurückziehen, sondern von Geburt an Defizite im Aufbau sozialer Interaktionen haben. Er wich damit vom Wortsinn der Bleuler‘schen Definition von «Autismus» ab, dessen Definition ein ursprünglich intaktes Interaktionsverhalten voraussetzt.

Seine psychopathologischen Beschreibungen sind auch heute noch eine wesentliche Basis der Definition von Autismus und Autismus-Spektrum-Störungen. Der Begriff «frühkindlicher Autismus» wurde 1944 von Kanner als medizinischer Fachausdruck eingeführt. Weitere historische Bezeichnungen für den frühkindlichen Autismus sind deshalb auch das «Kanner-Syndrom», «Kanner-Autismus» oder «infantiler Autismus».

Hans Asperger – Autistische Psychopathie

Der Wiener Kinderarzt Hans Asperger beschrieb zeitgleich 1944, ohne die Schriften von Leo Kanner zu kennen, vier Patienten zwischen 6 und 11 Jahren. Diese Patienten zeigten ebenfalls Defizite in sozialen Interaktionen, jedoch keine Sprachentwicklungsstörungen oder qualitative intellektuelle Auffälligkeiten. Hans Asperger selbst benannte das von ihm beschriebene Syndrom «autistische Psychopathie» und vermutete wie auch Kanner eine angeborene Störung, die vom Vater zum Sohn weitergegeben wird. Er ging jedoch davon aus, dass es sich bei dem von ihm beobachteten Verhalten um die Extremvariante eines Persönlichkeitszuges handelt und das sich die Störung nicht vor dem 3. Lebensjahr erkennen lässt. Da Asperger auf Deutsch publizierte und man seine Veröffentlichungen jahrzehntelang nicht ins Englische übersetzte, war er zunächst international wenig bekannt.

Weitere Forscher

Aspergers Werk wurde erst durch die Zusammenfassung der englischen Psychologin Lorna Wing (1981) unter dem Begriff «Asperger- Syndrom» bekannt. Uta Frith übersetzte 1991 schliesslich die ursprüngliche Arbeit von Asperger ins Englische. Allerdings ist bis heute nicht gesichert, ob es sich bei Aspergers Beschreibung tatsächlich um eine Erstbeschreibung handelt, da bereits Grunja Jefimowna Sucharewa im Jahr 1926 Kinder mit sehr ähnlicher Symptomatik, allerdings unter Verwendung des Begriffs «schizoide Psychopathie», in der «Monatszeitschrift für Psychiatrie und Neurologie» beschrieben hat.

Jahrzehntelang herrschten bezüglich der Lehre der Autismus-Spektrum-Störung psychosoziale Annahmen. So hielt es Leo Kanner selbst für möglich, dass die autistische Symptomatik auf einen Mangel an mütterlicher Wärme zurückzuführen sei. Insbesondere Bruno Bettelheim formulierte die These, dass frühe Erziehungsfehler der Mütter verantwortlich seien, und prägte in seinem Buch «Geburt des Selbst»(1967) den bis in die 70er Jahre verwendeten Begriff der Kühlschrankmutter.

Obwohl Leon Eisenberg bereits 1957 sehr detailliert die Eigenschaften von Vätern von Kindern mit Autismus beschrieben hat, wurde erst in den 80er Jahren aufgrund der familiären Häufung autistischer Verhaltensweisen vermutet, dass es sich um eine vererbbare, genetisch bedingte Erkrankung handelt. Heute besteht Konsens darüber, dass dem frühkindlichen Autismus beziehungsweise den Autismus-Spektrum-Störungen neuro-biologische Ursachen zugrunde gelegt werden müssen. Es ist keine Frage der mütterlichen Erziehung.